Pinot Noir is best described

Pinot Noir is best described in terms that are holistic rather than analytical. Single descriptive adjectives fail to capture the visceral appeal of Pinot Noir. Charm is a seduction that occurs on a subliminal level. The initial dimension of charm is an attribute of mouthfeel. Tactile charm requires perfection in the sense that nothing is lacking. Textural charm is supple yet with vibrant tannins. Charm is also an aromatic quality that is clean and airy, with aromas that work harmoniously toward creating a complete, well-focused impression that gives the taster an ineffable sense of well-being.

— McDonald ‘Don’ Blackburn

Weine zum Weltuntergang

Ein wirklich gut gewählter Wein passt nicht nur perfekt
zum gekochten Gericht, sondern auch zum jüngsten.

5 Weine für ein gutes Ende.

1. Allesverloren

Anfang des 18 Jahrhunderts überließ der Gouverneur des südafrikanischen Kaps die Ländereien des späteren Weinguts einer Witwe namens Cloe. Sie war eine der ersten Siedler, die sich des rauen Swartland-Landstriches annahmen. Diese einfachen und mutigen Menschen waren nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Das zwang sie in regelmäßigen Abständen dazu, den langen und beschwerlichen Weg nach Stellenbosch auf sich zu nehmen. Während einer dieser Reisen brannte das Gut vollständig aus – nur wenige Jahre nach Gründung. Noch heute können wir uns das entsetzliche Bild und die Verzweiflung der Meschen vorstellen. Man denke sich dazu in die schauderhafte, simple Endgültigkeit des Namens ein. Alles verloren. Selbst das Leerzeichen. Allesverloren.

Doch so ganz alles scheint es nicht gewesen zu sein. Denn das Weingut hat es nicht nur bis zum heutigen Tag überlebt. Es wächst, blüht und baut auf mittlerweile 227 ha hervorragende Weine einer portugisischen Fasson an. Inklusive der Rebsorten Touriga Nacional, Tinta Barroca, Tinta Francisca und eines Fine Old Vintage Ports.

Tinta Barroca vom Weingut Allesverloren

Tinta Barroca vom Weingut Allesverloren

2. Chateau Voskevaz

Das armenische Weingut erlebte den Jahrgang 2008 als äußerst schwierig. Der Sommer war zuerst wechselhaft, dann bitterkalt und zum Schluss versengend heiß. Die sprunghaften Temperaturen, der starke Wind, die außergewöhnlich frische Bergluft. Das alles konnte kein Zufall sein. Man ließ sich auch vom Klimawandelgeschwätz nicht in die Irre führen. Die hundertjährigen Einsiedler der kaukasischen Schluchten sahen die Zeichen einer bevorstehenden Apokalypse manifestiert. Das Resultat ist die limitierte Weinreihe “Chateau Voskevaz Vintage”. Illustrator Sargis Aratyunyan interpretiert die Idee des Weltuntergangs mit Hilfe des klassischen Motivs der vier Apokalyptischen Reiter. Für uns Endzeitokkultisten sind jedoch nur das rote, schwarze und fahle Pferd wichtig. Das vierte, weiße Pferd  steht für Reinheit, Sieg und Gerechtigkeit. Für uns also nicht von Interesse. Schöne, heile Optimistenwelt war gestern. Zu beziehen sind die Weine noch bis morgen in gut sortiertem russischen Weinfachhandel.

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Apocalyptische Reiter Wein

3. Castell Miquell

Die mallorquinische Finca liegt in einem der malerischsten Landstriche der Insel. Hier erschien einst ein praktisch orientierter Engel und gab dem damals zuständigen Bauern die Empfehlung, Wein an entsprechender Stelle anzubauen. Diesen Rat hat auch Prof. Dr. Michael Popp, Pharmazie-Unternehmer und heutiger Besitzer des Gutes, nicht vergessen. Der Stairways To Heaven Shiraz ist nicht nur ein saftiger, sonnenverwöhnter Wein. Er ist wahrscheinlich auch die letzte Möglichkeit dem bevorstehenden Inferno auf elegante Weise zu entkommen. Zack-zack, Treppchen hoch.

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4. Ankermühle

Wer sich mit den Protagonisten des bevorstehenden Zeitalters näher bekannt machen möchte, greift auf das rheingauer Weingut aus Hattenheim zurück. Hier ist für jeden der richtige Ansprechpartner dabei. Des vorangegangenen Lebenswandels gänzlich ungeachtet. Doch eigentlich ist die Auswahl eher für den endzeitlich unentschlossenen. Für den Pessimisten, aber auch den – ob seiner mageren Aussichten auf das Reich Gottes – Realisten sei der nächst und letzte Wein empfohlen.

Jesus, Luzifer, Junferg - für jeden etwas dabei

Jesus, Luzifer, Junfer – für jeden etwas dabei

5. AC/DC

Das Ende ist nah. Um zu sühnen ist es zu spät. Rien ne va plus. Das Zischen der Höllenpfannen ist schon entfernt zu hören. Zeit für eine stilechte Abkühlung (oder in dem Fall eher Vorglühen) mit dem Hells Bells Sauvignon Blanc von AC/DC, begleitet vom passenden Musikstück. Stutzig macht die Weinbeschreibung. Kann so die Hölle sein?!

Im Glas helles Gelb mit grünlich-goldenen Reflexen. Der Wein duftet nach tropischen Früchten, im Geschmack brilliert er mit feinen Stachelbeer- und Zitrus-Aromen.

Oh, Güte! Nun dämmert es! Serviert man in der Hölle etwa ausschließlich austauschbaren Sauvignon aus einer neuweltlichen Kellerei? Daher wohl auch all die Weinbeschreibungen in denen irgendetwas grünlich-golden reflektiert und geschmacklich brilliert. Ist das die ewige Pein, vor der mich alle gewarnt haben? Müssen wir uns bis zum Zeitenende von feinen Stachelbeer- und Zitrus-Aromen umschwärmen lassen? Wie perfide.

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BONUS

Zum Schluss ein Wein für den unwahrscheinlichen Fall des Überlebens.

Komplexität contra Vielschichtigkeit

“Komplex” und “vielschichtig” sind nicht synonym. Die vielen Schichten könnten auch bloß aufeinander liegen und sich nach Zwiebelmanier banal abziehen lassen. Der komplexe Wein gibt seine Tiefe nicht einfach nach und nach preis. Vielmehr enthüllt er immer wieder eine andere Dimension, zu keiner Sekunde vorhersagbar. Auch in seinen Wiederholungen stets neu. Es ist der Wein, der einen still, staunend macht. Der einen trinkt und nicht getrunken wird. Er ist schwer zu beschreiben, will nicht beschrieben werden. Kann nicht. Oder verleitet zu Aromenlisten vom Ausmaß einer botanischen Enzyklopädie à la Guy Bonnefoit. Es sind die Kandidaten, bei denen wir den Wunsch verspüren einzutauchen. Weine, die das seltsame Verlangen wecken, wie sie sein zu wollen. Weine, die wir um ihre Klugheit, gar Allwissenheit beneiden. Man hält die Nase hinein und kann nicht aufhören. Traut sich nicht zu probieren. Ist ehrfürchtig. Nimmt einen Schluck. Dankt für seine und die eigene Existenz. Nimmt noch einen. Ist verloren.